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Landungsbrücken.

22 Dez

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Er ging jetzt schneller durch die eisige Nacht, eine Hand am Kragen, die andere in der Tasche – Handschuhe und einen richtigen Schal hatte er nicht dabei, nur den Leinenschal, den er immer trug, das ganze Jahr. Dann kam schon das S-Bahn-Schild in Sicht: Landungsbrücken.

Für einen Moment überlegte er, ob er noch eine Message an Tim schicken sollte, ob sich die Nacht noch fortsetzen ließe. Also raus damit: Hey Muchacho, noch unterwegs? One last Drink? 2:52 Uhr war es, als er auf sein iPhone blickte, ihm kam die Weihnachtsfeier viel kürzer vor, aber er wieder der Letzte gewesen zusammen mit drei jungen Kollegen in ihren zwanziger Jahren, die über den Redaktionsalltag, verschleppte Erkältungen und den kommenden OSZE-Gipfel klagten, der jetzt schon probeweise zur Abriegelung der Feldstraße geführt hatte.

Er spürte den Rotwein, den er fast im Alleingang getrunken hatte, weil der überwältigende Rest bei Bier und Weißwein geblieben war, hatte aber die Grenze zum Betrunkensein zum keinem Zeitpunkt des Abends überschritten, ein Glas Wein, ein Glas Wasser, eine halbe Stunde Pause. Es war genau das erste Mal seit der letzten Weihnachtsfeier, dass er leicht beschwipst durch die Nacht trottete und für einen Moment den Impuls verspürte, weiter zu ziehen, es noch einmal richtig krachen zu lassen, obwohl er wusste, dass es dafür längst zu spät war – nicht in der Nacht, in seinem Leben.

Seitdem die 40er-Grenze erreicht war, hatte er schließlich doch den natürlichen Gefallen am Partyleben verloren, der ihn zwei Jahrzehnte durch die Hamburger Nächte getrieben hatte, all die Jahre zwischen der Schanze und dem Kiez. In der zweiten Hälfte seiner Dreißiger war er mit Ottensen zufrieden gewesen. Auch wenn dort die letzten Bars am Wochenende um drei oder spätestens vier Uhr schlossen, klammerte er sich so für einige Jahre in nostalgischen Anflügen an die letzten Tage seiner Jugend – und dann war es plötzlich vorbei. Von einer auf die nächste Woche. Die Party war zu Ende.

Rehbar

Ein Kollege, ein paar Jahre älter als er, hatte am Abend den Satz fallen lassen, dass er endlich angefangen hatte, in sein Alter hereinzuwachsen. Noch mit 40 fühlte man sich – ganz wie im Jay Z-Song – eigentlich 30 Jahre alt, doch dann ging es schnell, und es kamen Jahre, die einen mit einem Schlag um den Faktor fünf altern ließen, ganz gleich, ob als Beweis dafür die grauen Schläfen oder ein neuer Schmerz neben Wirbelsäule herhielten, den er seit diesem Jahr kaum mehr loswurde.

Die Dialoge der letzten Stunden hallten nach. Wie war das Jahr, die Mutter aller Scheißjahre, Prince ist tot, David Bowie ist tot, Trump ist Präsident. Aber wie schlecht war ein Jahr wirklich, an dessen Ende man seinen Job noch gerne tat, glücklich verheiratet war, keine ernsthafte Krankheit diagnostiziert bekam und die Eltern noch lebten? Er lächelte über die überzogene Dramatik seiner jungen Kollegen, aber er war genauso gewesen in seinen 20er-Jahren, als 9/11 und der zweite Irak-Krieg wie das Ende der Welt erschienen und am Ende doch nicht mehr waren als eine Fußnote der Geschichte, während das eigene Leben mit Trennungen und neuen Eroberungen eine ganz andere Dramatik bereithielt.

Diese Weihnachtsfeiern waren eine gute Konstante all die Jahre. Sie fügten das Jahr zusammen, sie hielten es wie eine Klammer. Jede Weihnachtsfeier fing auf eine ehrliche Art eine andere Stimmung ein, auch weil seit vielen Jahren die gleichen Leute zusammenkamen, aus Hamburg, aus Düsseldorf, aus Heidelberg. Es war das Gegenteil dieser verlogenen Agenturparties, es war für einen Abend eine Klassenfahrt im Arbeitsleben, die beim ersten Mal mit einem Flaschendrehen bei Wodka um weit nach Mitternacht in der Redaktion geendet hatte.

Er hatte damals nach all den Sex-Fragen der jüngeren Kollegen seinem zehn Jahren älteren, unverheirateten, kinderlosen Kollegen Holger eine einfache Frage stellen wollen, die aber persönlicher geraten war als gedacht. Sie ging so: Wenn Du Dein Leben mit einem anderen Kollegen tauschen könntest, der 10 Jahre jünger war und bereits zwei Kinder besaß, würdest Du tauschen? Die Antwort war ein fünf Minuten langer Monolog, der in Tränen endete, der die Runde rührte wie schockierte. Sieben Jahre war das jetzt her, sie hatten auch heute Abend wieder über diesen denkwürdigen Moment gesprochen. Was wohl aus Holger geworden war? Zu 70 Prozent hatte er Holgers Alter von damals inzwischen selbst erreicht.

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Fünf Minuten waren vergangen – nichts. Wenn Tim noch unterwegs war, dann hätte er sofort geantwortet. Also direkt nach Hause? Die nächste Bahn fuhr in fünf Minuten. Er ging am S-Bahneingang vorbei, dann weiter in Richtung des Hafens auf den Pegelturm zu, dessen Zeiger kurz vor der Drei-Uhr-Marke stand, und nahm schließlich die wenigen Stufen zur Fußgängerbrücke hinauf, die einen der schönsten Anblicke über Hamburg bot.

Reflexartig zückte er sein iPhone, um ein Foto vom Musical Theater auf der anderen Seite der Elbe zu schießen, wo noch ein paar Wochen Das Wunder von Bern lief – ein Motiv, das er Dutzende Male fotografiert hatte und vor ein paar Jahren bestimmt auch auf Instagram und Facebook gepostet hätte. Er hielte inne.

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Inzwischen hatte er seit Monaten nichts mehr gepostet und auf überraschende Weise das Gefühl, alles gesagt zu haben – die Reisen waren gemacht, die Motive verbraucht und die Posts abgesetzt. Wie zur Bestätigung öffnete er Instagram und sah im Feed ein Foto vom Weihnachtsmarkt am Rathaus, einen Weltreisen-Post aus Peru und schwedische Pilotinnen, die aus dem Cockpit posteten und sich zwischendurch bei Yoga am Strand verrenkten. What a Time to be alive, stand unter dem einen Post. So war das.

Gerade als er umkehren wollte, sah er, wie eine Dreier-Mädchengruppe genau auf ihn zusteuerte. Ehe er sich wegdrehen konnte und hielt ihm die eine schon ihr Smartphone hin: „Können Sie ein Foto von uns machen?“ sagte eine große Blonde, die kaum 20 Jahre alt sein mochte, mit schwäbischen Dialekt. „Bitte mit der Elbphilharmonie im Hintergrund“, mischte sich ihre Freundin ein, die eine Brille und einen unvorteilhaften Kurzhaarschnitt trug.

Ehe er etwas entgegen konnte und sich vor allem darüber Gedanken machen konnte, dass sie ihn gesiezt hatten, schmissen sie sich in Pose. Die Hände wurden um die Schultern geschlungen, ein falsches oder doch echtes Lachen aufgesetzt und einige Sekunden später gegen ein Duckface getauscht. „Noch eins, noch eins“, kreischten die Mädchen.

„Landen die dann auf Snapchat oder Instagram?“, fragte er aus journalistischer Gewohnheit heraus.
„Hey, Sie haben ja richtig Ahnung“, quiekte die große Blonde mit langen Haaren zurück. „Instagram natürlich, die Snaps können wir selber schießen.“
„Natürlich“, entgegnete er.
„Und Sie?“, schaltete sich die Dritte ein, die ihre Haare unter einem dicken Beanie versteckt hatte. „Wo posten Sie?“
„Naja, in meinen Alter“, spielte er die Vorlage zurück, „ist das mit den Posts nicht mehr so wichtig“.
„Ach, Unsinn“, mischte sich die Vorlaute ein und lachte hysterisch. „Na los, noch eins.“
„Das sind mindestens zehn, wird schon was dabei sein“, sagte er und gab das Smartphone zurück, das ein Samsung Galaxy S7 edge war. „Warum kein iPhone?“ forschte er weiter.

„Pfff, Apple ist durch!“ blaffte die Vorlaute. „iPhone hat mein Vater.“
„Guter Vater.“
„Ich wette, Sie haben auch eins“
„Klar.“
„Oh Mann. Na vielen Dank. Kommt Mädels, wir müssen weiter“, sagte die Vorlaute. „Geht’s hier zum Fischmarkt?“

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„Andere Richtung“, sagte er und zeigte mit dem Arm nach rechts, „aber seid Ihr sicher, dass Ihr nicht vorher auf den Hamburger Berg wollt? Für den Fischmarkt ist es noch zu früh.“
„Hamburger Berg? Ich sehe hier aber weit und breit keinen Berg, nur Wasser“, platzte die Vorlaute heraus und lachte wieder auf Reflex. Spätestens jetzt hatten sie sich als die Touristen geoutet, die sie waren.

„So heißt die Straße. Das ist die Party-Area, wird Euch gefallen. Woher kommt Ihr?“
„Stuttgart“, sagte die kleinere mit Brille, um auch mal etwas zu sagen.
„Ah, ok“.
„Wie, gefällt Ihnen nicht?“, blaffte ihn die Vorlaute an.
„Ich kenne es nicht besonders gut“, log er.
„Na, haben Sie auch nicht viel verpasst“, sagte die Vorlaute und zog an ihrer Freundin, während die Dritte ihr Smartphone zückte und auf ihn hielt.

Er hielt die Hand vor die Linse wie vor einen Paparazzi und lächelte verlegen. „Was wird das?“
Sie griff nach seinem Arm und drückte ihn leicht herunter.
„Nimm mal weg“, sagt sie und lächelte. „Ich möchte ein Andenken“.

Für einen Moment war er perplex und schaute in ein grinsendes Sommersproßengesicht – ohne Erwartungen oder irgendwelche Absichten, ein Teenager auf einer seiner ersten Reisen in die große, weite Welt.
„Danke“, sagte sie und drückte leicht seine Hand.
Ehe er etwas entgegen konnte, war sie an ihm vorbeigehuscht und lief ihren Freundinnen nach. Mit jedem Jahr, dachte er, verstehe ich Holger ein bisschen besser.

Das iPhone brummte. „Kommst Du bald“, poppte die iMessage seiner Frau mit einem Herz-Symbol auf.
Er lächelte sein Display an und tippte: „Sofort, mein Engel.“
Dann dreht er sich um, grinste in sein iPhone hinein, drehte das Display, so dass die Elbphilharmonie im Hintergrund zu sehen war, stellte auf Auto-Fokus und drückte ab.

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Der Monat, den es nicht gibt.

17 Jan

Der Dezember gleicht einer kompletten Überforderung: Alles noch fertig bekommen, bevor die Welt untergeht. Das passiert, wenn es schon nicht am 21.12 passiert ist,  dann nämlich nach dem 1.1.: Mindestens zwei Wochen passiert überhaupt nichts. Wer nicht im langgezogenen Weihnachts-Silvester-Neujahrs-Ski-Asien-oder-was-auch-immer-Urlaub steckt, ist krank. Das passiert immer Anfang Januar. Der Akku ist leer, es ist ja auch irgendwie egal, einfach.

Der Januar ist also der Prügelknabe für alles. Die Hälfte des Monats gibt es Nachbereitungen des Vorjahres. Noch mal schnell Best-of-Alben bei Facebook hochladen. Den Weihnachtsbaum entsorgen. Geschenke umtauschen. Gute Vorsätze suchen und sie über den Haufen schmeißen.

Der Januar hat keine Chance auf etwas Eigenes. Er ist ein Monat ohne Konturen. Ein Übergangsmonat. Ein unbeschriebenes Blatt, das nach einem Anfang für seine Geschichte sucht – was oft genug nach den ersten Sätzen zu Überinterpretationen führt. Ist der Jahresbeginn schlecht, weil er erkältet beginnt oder die Aktien fallen? Kein Wunder: Der depressivste Tag des Jahres liegt natürlich im Januar. Hallo, Blue Monday.

Es ist ja nicht mal richtig Winter, selbst wenn es kalt ist. Es könnte auch November oder März sein, wie immer in Hamburg, der Stadt ohne Jahreszeiten. Aber immerhin, nach zwei Wochen, kommt doch etwas etwas Farbe ins Spiel. Die Australian Open haben am anderen Ende der Welt begonnen. New Balls, please.

Apocalypse. (Endzeit-Trilogie II.)

21 Dez

Diesmal ist es kein Aufprall aus dem Nichts. Diesmal hast du mehr Zeit. Unendlich viel Zeit. Der Countdown für den 21.12.2012 läuft so lange du ihn wahrnehmen willst. Natürlich ist das großer Kindergarten, du hast nicht mal eine Sekunde darüber nachgedacht, dass wirklich etwas passieren könnte. Es geht ja immer weiter, nicht wahr.  Jeder sagt das ja, Facebook ist voll von 12/21/2012-Weltuntergangswitzen. Allein der Mangel an einem konkreten Untergangsszenario macht dir den Untergang weniger wahrscheinlich.

Aber irgendwann wird tatsächlich der letzte Tag kommen, der letzte Tag von allen. Nichts währt für immer, das weißt du doch, nicht mal die Erde. Wie wäre das? Wie würde es enden? Mit einem großen Knall? Mit einer Überschwemmung? Würde es sein wie in Melancholia? Oder würde es sein wie bei einem monströsen Tsunami? Und was wäre dir lieber?


Würdest du es lieber live miterleben oder sollte es dich besser im Schlaf überraschen? Und was würde es ändern? Wenn du wüsstest, du hast noch zwölf, noch acht, noch vier Stunden, was würdest du dann tun? Ein letzter Anruf bei deinen Eltern, ein letzter Facebook-Post, eine letzte Aussprache mit wem auch immer? Die letzten Dinge.

Photo Credit: Original Version © Nordisk Films

Wer würde dir am meisten fehlen? Bist du bis hierin zufrieden mit deinem Leben gewesen? Was hättest du gerne noch erledigt? Was bereust du am meisten, nicht getan zu haben? Warum hast du es nicht getan? Und wenn die Welt doch nicht untergeht, wirst du es dann tun?

Heimkehr.

23 Nov

Und dann gehst du schnellen Schrittes die Brücke hoch, quetscht dich auf die Rolltreppe, alle haben es wieder eilig, bloß kein Stillstand, auch wenn die Koffer dadurch nicht schneller ausgeladen werden, hasten ihnen trotzdem alle hektisch entgegen, zackzack, wir wollen die Ersten sein, schon an diesen gemessenen Schritten könnte man die Flughäfen dieser Welt erkennen. Das ist spießig, natürlich, aber dir ist das egal, du bist zu Hause jetzt, das ist immer ein schönes Gefühl, egal, wie lang die Reise war, egal, wie lange sie dauerte. Auch wenn das Umsteigen in Wien, diesem seit dem Umbau im Sommer seltsam vermurksten Flughafen, immer knapper wird, es geht doch immer gut mit dem Koffer, er kommt fast immer als einer der ersten, und dann greifen sofort die alten Reflexe: 211211 wählen, diese 25 Euro fürs Taxi sind ok, du möchtest jetzt keine S-Bahn fahren, 37 Minuten sind zu lang, die 22 Euro Aufpreis ein Luxus, den du dir immer irgendwie gerne leistet, es gibt schließlich auch einiges zu sehen auf der Fahrt.

Diese 15 Minuten von Fuhlsbüttel nach Altona sind die eigentliche Heimkehr – es ist der Moment des Eintauchens in das alte Leben. Natürlich bist du sofort versucht, auf deinem iPhone Google Finance, die Timeline und eMails zu checken, in genau dieser Reihenfolge geht es meist, Börse, Facebook, Mails, denn die Mails sind inzwischen langweiliger als die neusten Facebook-Posts, auch wenn die wiederum langweiliger geworden sind, weil gefiltert, aber du bremst dich, denn in dieser Viertelstunde siehst du Hamburg, selbst wenn es jetzt schon so früh dunkel wird, wie du es sehr selten siehst: mit einer gewissen Distanz,  Neugierde, mit den Augen eines Fremden, der du nicht bist.


Es ist der Vergewisserungsmoment. Ist das alles noch so, wie es war, als du verlassen hast, ist es nicht, dann ist es gut so, gut, dass du weg warst, ja, so ist das, 20 Grad im Balkan schlagen die 5-Gradnebelsuppe in Hamburg, aber nach einer Zeit reichen selbst die 20 Grad im Balkan nicht, weil dir der Rest fehlt: Nicht nur das Vertraute, sondern auch die 1000 Dinge, die du hier immer mal machen wolltest.

Wenn in Hamburg eines unterschätzt wird, dann die Weitläufigigkeit, die vergessen wir so gerne in unseren routinierten Sonntagsspaziergängen an Elbe und Alster, aber du kannst an guten Tagen auch mit dem Rad von Wedel nach Volksdorf  fahren, mehr als 50 km und mindestens zehn unterschiedliche Stadtteile sind das, oder einfach in die nächste Bahn steigen und nach Lüneburg oder Lübeck oder Ludwigslust fahren oder gleich nach Berlin oder wohin auch immer. Es gibt diese unzähligen Möglichkeiten im Kleinen. Natürlich gibt es die auch woanders im Großen, gewaltiger und bedeutsamer erscheinen sie, sobald du die Landesgrenze verlassen hast, und natürlich bleibt so alles ein ständiges Provisorium. In der Ferne fehlt die Heimat, und in der Heimat fehlt dir die Ferne.

Du weißt jetzt schon genau, wie das wird in den nächsten Tagen: An welcher Stelle das Gefühl des Ankommens sich in Routine verwandelt, ab wann es Alltag wird, ab wann Langeweile und das Taxi wieder in die andere Richtung fährt. Es ist nie perfekt. Jetzt hält es vor deiner Haustür, du schließt sie auf, die Wohnung ist aufgeräumter als du es in Erinnerung hattest, das Wlan geht noch, und eine kalte fritz Cola steht auch im Kühlschrank. Es ist alles da.

Instagram’s lost Smartphone Secret.

15 Nov

21.000 Photos. That’s what takes the lion storage share on my iPhone. Ever since using the first generation iPhone, I keep on shooting and archiving like mad. It’s fair to say I’m quite a collector. (And yes, I have a hard time letting go – but that’s a different story.) Every once in a while a new iPhone app comes along that changes everything – for a year.

The first to spice up my iPhone photo experience was doubtlessly Hipstamatic. I got so obsessed with it, I constantly rode my iPhone to the 0 MB storage limit, making it crash all the time, creating absurd waiting situation to capture that one shot. That was so 2010.

Next up: Camera+. Supported by the onmipresent Lisa Bettany and her never-ending world trip, it was almost impossible not to get tempted by just another app. Nice new filters, this is for the retro lover in you. My current favorite photo app.

But then, there’s still Instagram. While I loved Hipstamatic’s play with lenses, it missed the social touch. No wonder, Hipstamatic is fighting for survival now that Facebook took over Instagram for a billion dollars at the time of the deal. (It shrinked to a good 700 million after the underwhelming IPO.)

Instagram’s appeal is easy to explain. It comes along with more simplicity than Hipstamatic or Camera+, but offers Twitter’s appeal of sharing your photos instanly. In the end, that’s what social is all about: Take a shot, get a like or even a comment. Unlike Facebook, you don’t have to friend people – everyone can follow you. And while even strangers might see your photos, the psychology is different. Instagram is like a little secret, your little smartphone secret.

That changed this spring with the acquisition by Facebook. Suddenly your Instagram shots appeared on your Facebook wall. Even the pictures you like appeared in your newsfeed if you approved. Heck, and now there’s even a web profile that looks like a clone of your Facebook Timeline.

While this doesn’t necessarily has to be Instagram’s kiss of death, a certain appeal is suddenly fading. In its simplicity Instagram has been the Anti-Facebook: One photo, that’s all. No need to explain. No need to represent. No need to be like Facebook. Now smartphone’s best kept secret has been passed on to the 1.0 web world. Was that really necessary?

Nostalgia is like Facebook.

1 Nov

A chair. The idea was nice. In its first TV spot ever, Facebook wanted to grab us by the soft spot. That worked. More or less:

If it just wasn’t for the chair itself. Clint Eastwood reloaded, bad timing. Anyway – most of Facebook’s billion users probably don’t even know about the grumpy old man of the Republican Party.

It could have stayed there and make Facebook look humble. After all, it’s not about the stock market,  right? But it didn’t stay there. Now it’s about pools.

Swimming Pools? That’s right: „Swimming pools are filled with people. Some you know. Some you don’t. And every once in a while you see something that maybe you shouldn’t. That’s why swimming pools are a little like Facebook.“

Ah, ok. What else? Birthday cakes! Birthday cakes? „Birthday cakes are made for people to be together. They give friends a place to gather and celebrate. But too much cake probably isn’t healthy. So birthday cake is a lot like Facebook.“
There, the social network said it itself: „Too much isn’t healthy“. And: „Once in a while you see something that maybe you shouldn’t.“ What’s next? Soccer stadiums? Tubes? Marshmallows?
Whatever this ad was – it was clearly no Don Draper-like moment. No matter what Wieden + Kennedy (the ad men that brought you the Old Spice Man) were thinking of when they came up with the campaign – it must have been from another planet.
The one analogy that fits, though, is some 2000 years old. Or maybe 50. And yes, it involves Don Draper:   Nostalgia is like Facebook. 

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