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Der Monat, den es nicht gibt.

17 Jan

Der Dezember gleicht einer kompletten Überforderung: Alles noch fertig bekommen, bevor die Welt untergeht. Das passiert, wenn es schon nicht am 21.12 passiert ist,  dann nämlich nach dem 1.1.: Mindestens zwei Wochen passiert überhaupt nichts. Wer nicht im langgezogenen Weihnachts-Silvester-Neujahrs-Ski-Asien-oder-was-auch-immer-Urlaub steckt, ist krank. Das passiert immer Anfang Januar. Der Akku ist leer, es ist ja auch irgendwie egal, einfach.

Der Januar ist also der Prügelknabe für alles. Die Hälfte des Monats gibt es Nachbereitungen des Vorjahres. Noch mal schnell Best-of-Alben bei Facebook hochladen. Den Weihnachtsbaum entsorgen. Geschenke umtauschen. Gute Vorsätze suchen und sie über den Haufen schmeißen.

Der Januar hat keine Chance auf etwas Eigenes. Er ist ein Monat ohne Konturen. Ein Übergangsmonat. Ein unbeschriebenes Blatt, das nach einem Anfang für seine Geschichte sucht – was oft genug nach den ersten Sätzen zu Überinterpretationen führt. Ist der Jahresbeginn schlecht, weil er erkältet beginnt oder die Aktien fallen? Kein Wunder: Der depressivste Tag des Jahres liegt natürlich im Januar. Hallo, Blue Monday.

Es ist ja nicht mal richtig Winter, selbst wenn es kalt ist. Es könnte auch November oder März sein, wie immer in Hamburg, der Stadt ohne Jahreszeiten. Aber immerhin, nach zwei Wochen, kommt doch etwas etwas Farbe ins Spiel. Die Australian Open haben am anderen Ende der Welt begonnen. New Balls, please.

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Apocalypse. (Endzeit-Trilogie II.)

21 Dez

Diesmal ist es kein Aufprall aus dem Nichts. Diesmal hast du mehr Zeit. Unendlich viel Zeit. Der Countdown für den 21.12.2012 läuft so lange du ihn wahrnehmen willst. Natürlich ist das großer Kindergarten, du hast nicht mal eine Sekunde darüber nachgedacht, dass wirklich etwas passieren könnte. Es geht ja immer weiter, nicht wahr.  Jeder sagt das ja, Facebook ist voll von 12/21/2012-Weltuntergangswitzen. Allein der Mangel an einem konkreten Untergangsszenario macht dir den Untergang weniger wahrscheinlich.

Aber irgendwann wird tatsächlich der letzte Tag kommen, der letzte Tag von allen. Nichts währt für immer, das weißt du doch, nicht mal die Erde. Wie wäre das? Wie würde es enden? Mit einem großen Knall? Mit einer Überschwemmung? Würde es sein wie in Melancholia? Oder würde es sein wie bei einem monströsen Tsunami? Und was wäre dir lieber?


Würdest du es lieber live miterleben oder sollte es dich besser im Schlaf überraschen? Und was würde es ändern? Wenn du wüsstest, du hast noch zwölf, noch acht, noch vier Stunden, was würdest du dann tun? Ein letzter Anruf bei deinen Eltern, ein letzter Facebook-Post, eine letzte Aussprache mit wem auch immer? Die letzten Dinge.

Photo Credit: Original Version © Nordisk Films

Wer würde dir am meisten fehlen? Bist du bis hierin zufrieden mit deinem Leben gewesen? Was hättest du gerne noch erledigt? Was bereust du am meisten, nicht getan zu haben? Warum hast du es nicht getan? Und wenn die Welt doch nicht untergeht, wirst du es dann tun?

Heimkehr.

23 Nov

Und dann gehst du schnellen Schrittes die Brücke hoch, quetscht dich auf die Rolltreppe, alle haben es wieder eilig, bloß kein Stillstand, auch wenn die Koffer dadurch nicht schneller ausgeladen werden, hasten ihnen trotzdem alle hektisch entgegen, zackzack, wir wollen die Ersten sein, schon an diesen gemessenen Schritten könnte man die Flughäfen dieser Welt erkennen. Das ist spießig, natürlich, aber dir ist das egal, du bist zu Hause jetzt, das ist immer ein schönes Gefühl, egal, wie lang die Reise war, egal, wie lange sie dauerte. Auch wenn das Umsteigen in Wien, diesem seit dem Umbau im Sommer seltsam vermurksten Flughafen, immer knapper wird, es geht doch immer gut mit dem Koffer, er kommt fast immer als einer der ersten, und dann greifen sofort die alten Reflexe: 211211 wählen, diese 25 Euro fürs Taxi sind ok, du möchtest jetzt keine S-Bahn fahren, 37 Minuten sind zu lang, die 22 Euro Aufpreis ein Luxus, den du dir immer irgendwie gerne leistet, es gibt schließlich auch einiges zu sehen auf der Fahrt.

Diese 15 Minuten von Fuhlsbüttel nach Altona sind die eigentliche Heimkehr – es ist der Moment des Eintauchens in das alte Leben. Natürlich bist du sofort versucht, auf deinem iPhone Google Finance, die Timeline und eMails zu checken, in genau dieser Reihenfolge geht es meist, Börse, Facebook, Mails, denn die Mails sind inzwischen langweiliger als die neusten Facebook-Posts, auch wenn die wiederum langweiliger geworden sind, weil gefiltert, aber du bremst dich, denn in dieser Viertelstunde siehst du Hamburg, selbst wenn es jetzt schon so früh dunkel wird, wie du es sehr selten siehst: mit einer gewissen Distanz,  Neugierde, mit den Augen eines Fremden, der du nicht bist.


Es ist der Vergewisserungsmoment. Ist das alles noch so, wie es war, als du verlassen hast, ist es nicht, dann ist es gut so, gut, dass du weg warst, ja, so ist das, 20 Grad im Balkan schlagen die 5-Gradnebelsuppe in Hamburg, aber nach einer Zeit reichen selbst die 20 Grad im Balkan nicht, weil dir der Rest fehlt: Nicht nur das Vertraute, sondern auch die 1000 Dinge, die du hier immer mal machen wolltest.

Wenn in Hamburg eines unterschätzt wird, dann die Weitläufigigkeit, die vergessen wir so gerne in unseren routinierten Sonntagsspaziergängen an Elbe und Alster, aber du kannst an guten Tagen auch mit dem Rad von Wedel nach Volksdorf  fahren, mehr als 50 km und mindestens zehn unterschiedliche Stadtteile sind das, oder einfach in die nächste Bahn steigen und nach Lüneburg oder Lübeck oder Ludwigslust fahren oder gleich nach Berlin oder wohin auch immer. Es gibt diese unzähligen Möglichkeiten im Kleinen. Natürlich gibt es die auch woanders im Großen, gewaltiger und bedeutsamer erscheinen sie, sobald du die Landesgrenze verlassen hast, und natürlich bleibt so alles ein ständiges Provisorium. In der Ferne fehlt die Heimat, und in der Heimat fehlt dir die Ferne.

Du weißt jetzt schon genau, wie das wird in den nächsten Tagen: An welcher Stelle das Gefühl des Ankommens sich in Routine verwandelt, ab wann es Alltag wird, ab wann Langeweile und das Taxi wieder in die andere Richtung fährt. Es ist nie perfekt. Jetzt hält es vor deiner Haustür, du schließt sie auf, die Wohnung ist aufgeräumter als du es in Erinnerung hattest, das Wlan geht noch, und eine kalte fritz Cola steht auch im Kühlschrank. Es ist alles da.

Instagram’s lost Smartphone Secret.

15 Nov

21.000 Photos. That’s what takes the lion storage share on my iPhone. Ever since using the first generation iPhone, I keep on shooting and archiving like mad. It’s fair to say I’m quite a collector. (And yes, I have a hard time letting go – but that’s a different story.) Every once in a while a new iPhone app comes along that changes everything – for a year.

The first to spice up my iPhone photo experience was doubtlessly Hipstamatic. I got so obsessed with it, I constantly rode my iPhone to the 0 MB storage limit, making it crash all the time, creating absurd waiting situation to capture that one shot. That was so 2010.

Next up: Camera+. Supported by the onmipresent Lisa Bettany and her never-ending world trip, it was almost impossible not to get tempted by just another app. Nice new filters, this is for the retro lover in you. My current favorite photo app.

But then, there’s still Instagram. While I loved Hipstamatic’s play with lenses, it missed the social touch. No wonder, Hipstamatic is fighting for survival now that Facebook took over Instagram for a billion dollars at the time of the deal. (It shrinked to a good 700 million after the underwhelming IPO.)

Instagram’s appeal is easy to explain. It comes along with more simplicity than Hipstamatic or Camera+, but offers Twitter’s appeal of sharing your photos instanly. In the end, that’s what social is all about: Take a shot, get a like or even a comment. Unlike Facebook, you don’t have to friend people – everyone can follow you. And while even strangers might see your photos, the psychology is different. Instagram is like a little secret, your little smartphone secret.

That changed this spring with the acquisition by Facebook. Suddenly your Instagram shots appeared on your Facebook wall. Even the pictures you like appeared in your newsfeed if you approved. Heck, and now there’s even a web profile that looks like a clone of your Facebook Timeline.

While this doesn’t necessarily has to be Instagram’s kiss of death, a certain appeal is suddenly fading. In its simplicity Instagram has been the Anti-Facebook: One photo, that’s all. No need to explain. No need to represent. No need to be like Facebook. Now smartphone’s best kept secret has been passed on to the 1.0 web world. Was that really necessary?

Nostalgia is like Facebook.

1 Nov

A chair. The idea was nice. In its first TV spot ever, Facebook wanted to grab us by the soft spot. That worked. More or less:

If it just wasn’t for the chair itself. Clint Eastwood reloaded, bad timing. Anyway – most of Facebook’s billion users probably don’t even know about the grumpy old man of the Republican Party.

It could have stayed there and make Facebook look humble. After all, it’s not about the stock market,  right? But it didn’t stay there. Now it’s about pools.

Swimming Pools? That’s right: „Swimming pools are filled with people. Some you know. Some you don’t. And every once in a while you see something that maybe you shouldn’t. That’s why swimming pools are a little like Facebook.“

Ah, ok. What else? Birthday cakes! Birthday cakes? „Birthday cakes are made for people to be together. They give friends a place to gather and celebrate. But too much cake probably isn’t healthy. So birthday cake is a lot like Facebook.“
There, the social network said it itself: „Too much isn’t healthy“. And: „Once in a while you see something that maybe you shouldn’t.“ What’s next? Soccer stadiums? Tubes? Marshmallows?
Whatever this ad was – it was clearly no Don Draper-like moment. No matter what Wieden + Kennedy (the ad men that brought you the Old Spice Man) were thinking of when they came up with the campaign – it must have been from another planet.
The one analogy that fits, though, is some 2000 years old. Or maybe 50. And yes, it involves Don Draper:   Nostalgia is like Facebook. 

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