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Scharbeutz. (Menschen im Sommer.)

30 Aug

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„Meine Damen und Herren, eine Durchsage: Wegen einer Betriebsstörung verzögert sich die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit.“ Die Türen öffnen sich, die Rentner aus dem Schwabenland stöhnen. „Desch gibsch doch nett.“ Man macht sie ja nie ein Bild davon, dass wirklich Dreivierteldeutschland an die Ostsee strömt, in den Ferien.

„Komm“, sage ich zu meiner Frau, „wir können auch hier raus“. Betriebsstörung bedeutet bei der Deutschen Bahn in der Regel: 30 Minuten und länger – meistens: länger. Wir wollten nach Fehmarn, aber nun ist es eben Scharbeutz geworden, es hätte auch eine schlechtere Haltestelle treffen können: Sierksdorf zum Beispiel.

Wir steigen aus, die schwäbischen Rentner schauen uns an wie Ufos. Desch wird länger dauern, denke ich, sage es aber nicht, als ich aussteige. Seit ich zu Studienzeiten in den 90er Jahren einmal für ein paar Monate aus Versehen mit einer Schwäbin zusammen war, kommt der Imitationsreflex immer wieder durch. Mit högdcher Dischziplin. Bescheuert, ich weiß.

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Scharbeutz, das ist ein Ostseeort an der Lübecker Bucht, der ein bisschen aussieht, als hätte ein Maklerbüro versucht, die deutsche Côte d’Azur nachzubauen – was natürlich furchtbar misslingt. Vor 200 Jahren gab es hier keine 200 Einwohner, heute werden 300.000 Übernachtungen pro Saison registriert. Es ist alles angerichtet: Eine neu gestaltete Dünenmeile samt Designhotel, das erst im vorletzten Jahr eröffnet hat, wie ich lerne, Fisch Gosch ist auch da und diese Seemode-Lärchen, die Daunenjacken für 300 Euro verkaufen – und Badehosen für 70 Euro.

Ich weiß das, weil ich bemerke, als wir am Pier stehen, dass ich meine Badehose vergessen habe. „Macht nichts, wir kaufen dir eine neue“, sagt meine Frau. „Auf gar keinen Fall“, beharre ich. 70 Euro für einen roten hässlichen Polyesterfetzen, den ich dieses Jahr noch genau das eine Mal tragen würde, für ein paar Stunden?

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Wir nehmen uns ein Strandkorb für 16 Euro, 6 Euro Kurtaxe inbegriffen. „Was ich an Deutschland einfach nicht versehe“, sagt meine Frau, die nun seit zweieinhalb Jahren hier lebt, „sind nicht nur die Preise. Es ist auch die Stimmung. Dass die Menschen nie lachen. Es ist noch einmal Sommer, es sind 26 Grad, es ist ein schöner Strand, es ist alles da – und jeder zieht dieses Gesicht, als ginge die Welt unter. Warum ist das so?“

Auf diese Frage weiß ich nun keine Antwort. Es ist nicht so, dass nicht auch schon darüber nachgedacht hätte,  man vergisst es aber immer wieder schnell mit Zeit, weil man am Ende ja genauso wird. Immer, wenn ich die Sommer mit ihr im Balkan verbracht habe, ist mir diese deutsche Griesgrämigkeit mit dem fremden, frischen Blick sofort aufgefallen, noch am Flughafen.

Kein Lachen, keine Interaktion. Stattdessen schon im Flugzeug Rücken durchdrücken, Laptoptasche ins Gesicht knallen, Erster sein. Bis heute bereitet es mir ein diebisches Vergnügen, als Letzter das Flugzeug zu verlassen und mich noch in den Flugzeugbus zu quetschen und mich bei den griesgrämigen Rückendurchdrückern zu revanchieren. Last in, first out.

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Man vergisst sie, aber man sieht sie immer wieder. Auch in Scharbeutz. Direkt neben uns haben sich zwei Familien mit Kleinkindern ausgebreitet. Die Mütter wirken genervt, die Väter gestresst. Die Sonne ist zu hell für das iPad. Microsoft Office funktioniert auch immer noch nicht richtig. „Geh mal mit Lotte ans Meer“, sagt eine ziemlich beleibte Endreißigerin zu ihrem agilen Mann, dem Tablet-Nutzer. Missmutig legt er sein iPad beiseite, schnappt sich das Kind, setzt es auf die Schulter und trotet Richtung Meer.

„Mensch Sven, Du musst Lotte doch vorher eincremen“, sagt die genervte Mutter. Also Kommando zurück: Lotte von der Schulter, tiefer Griff in den Rucksack, Creme raus, Kindergesicht beschmieren. Lotte gefällt das nicht. Sie zieht das Gesicht weg, windet sich. „Mensch Papa, das klebt doch nur“. Sagt es und reißt sich los. Dann brummt das iPad. Der Impuls, nach der neuen Email zu schauen, ist zu antrainiert, als dass der Mann, der offenkundig Sven heißt, widerstehen könnte – und beschmiert sofort sein Display.

„Scheiße“, sagt Sven. „Was issn’?“, fragt die Frau, ebenfalls reflexartig, ohne es eigentlich wissen zu wollen. Und ehe die Antwort abzuwarten: „Mensch Sven, pass doch auf Lotte auf“. Lotte ist keine 10 Meter weiter über eine Schaufel drei Strandkörbe weiter gestolpert und hat nun ein blutiges, sandiges Knie. Heulend wie eine Sirene kehrt Lotte zurück. Kleine geschlagene Kriegerin.

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Ich lehne mich tiefer in den Strandkorb und drücke meine Kopfhörer ein bisschen fester ins Ohr. All I wanna do is get high by the beach. Get high by the beach, get high. All I wanna do is get by by the beach. Get by baby, baby, bye bye.

Was mir am deutschen Sommer auffällt, ist, wie viel Mühe er uns offenbar bereitet. Wir sehnen uns das ganze Jahr nach ihm, können aber doch so wenig mit ihm anfangen, wenn er endlich einmal da ist, für ein paar Tage. Alles ist Arbeit, die Jagd nach einem Strandkorb, die richtige Ausrichtung nach der Sonne, das Eincremen nicht vergessen, nach einer halben Stunde muss irgendwas gekauft werden, Fischbrötchen, Crêpes, eine Ilustrierte, Aufstehen, rein in die Schuhe, keine Flip Flops mit, Sand in den Sportschuhen, weil Angst vor der Scherben auf der Promenade, lange Schlange, das WC ist auch zu weit weg, endlich gefunden, nach 10 Minuten  wieder im Strandkorb ist man ein anderer, alles ist anders, die Sonne steht anders, der Wind ist aufgezogen, es gibt neue Strandkorbnachbarn, die mit kehligen Stimmen vom Grillabend gestern mit Axel und Steffi berichten, und man bereut sofort bitter, dass man nicht nur die Badhose, sondern auch einen iPhone-Ersatzakku vergessen hat. Du wolltest schließlich wandern gehen, nicht an den Strand.

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Nach drei weiteren Stunden ist auch dieser Spätsommertag vollbracht. Wir wandern schließlich an der Promenade entlang Richtung Timmendorf Strand, ein Sky du Mont-Typ kommt uns entgegen und fixiert meine Frau und ihr Dekolleté. Auf eine sehr direkte Art macht er das, nicht wie die verschmähten Glotzer, die im letzten Moment beim Passieren die Augen groß aufreißen, sondern genüsslich, als würde er das öfter tun, der alternde Voyeur. An seiner Seite eine dünne, krampfhaft jugendlich geblieben Endvierzigerin mit Karottenjeans und Perlenenkette. Vielleicht hatten sie es heute nicht nach Sylt geschafft.

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Wir erreichen den Bahnhof Timmendorfer Strand fast auf die Sekunde genau. Als wir die Autobahnbrücke überqueren, hören wir den Zug einrollen. 300 Meter noch. Wenn man bedenkt, dass der Zug immer etwas hält, um den Pulk an Menschen, dieses Wechselspiel von Kommen und Gehen, herein- und herauszulassen, bleiben uns 40, maximal 50 Sekunden. Wir schaffen das. Ich sprinte und blockiere die Tür, wir schaffen das immer.

Ich blicke im Wagon umher, links, recht und wähle rechts, weil der Teil so schön leer ist. Zwei Mädchen, Teenager, sitzen auf dem Viererplatz und blicken auf ein Phablet, das kein iPhone ist. Sie sehen ein Musikvideo, das ich nicht kenne, Rihanna ist das nicht, soviel steht fest, Chartzeug, ich weiß nicht, was. Irgendein Beat wummert, irgend ein Noname-Rapper rappt seine Lines, ich habe seit den 90ern aufgehört, die Charts zu verfolgen, damals liefen die American Top 40 mit Shadoe Stevens bei Radio Hamburg ab Freitagmitternacht, ich habe damit damals meinen Schlafrhythmus auf Lebenszeit versaut, so hat das angefangen, mit Cherry Cola und Ranchos Chips, meine Art von Party zu Schulzeiten.

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Das eine der beiden Mädchen grunzt zu laut zu dem Gerappe, das andere hat den Arm um sie gelegt, hält sie, erst jetzt sehe ich, dass sie zittert, dass sie schluchzt statt lacht, dass sie heult wie ein Schlosshund, wie ich seit Jahren niemand mehr habe weinen sehen, das ist nicht normal, das ist ein Anfall. Die Blonde, die sich als ihre Schwester herausstellt, tröstet sie, sie wirkt nicht so konsterniert wie wir, obwohl ihre Schwester kaum mehr ein Wort herausbekommt, sie japst wie bei einem Asthmaanfall, immer wieder dieses Schlucken, keine Luft bekommt sie mehr. Ich überlege, was als Nächstes passiert.

Die Blonde steht auf und verschwindet im Zug. Nach zwei Minuten kommt sie wieder – mit einer Box Würstchen. Ich bin zu perplex, um zu registrieren, dass man in der NOB natürlich keine Snacks kaufen kann, aber dann kommt auch schon eine mittelalte Frau angetrotet, die sich als Mutter der beiden herausstellt. Papa ist schuld?

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Irgendwas ist immer. Wir fahren irgendwoher, irgendwohin, um irgendeinem Ziel nachzujagen. Ein bisschen Sommer, ein bisschen Sonne, ein bisschen. Aber irgendwas kommt immer dazwischen. Auf der Hinfahrt, auf der Rückfahrt. Und vor allem dazwischen. Nächste Haltestelle: Lübeck. „Nach einem kurzen Aufenthalt fährt der Zug weiter in Richtung Hamburg Hauptbahnhof.“

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Das Junilicht.

17 Jun

Weißt du noch, wie das war, damals, als die letzten, die allerletzten Klausuren geschrieben und die mündlichen Prüfungen abgelegt und die Zeugnisse endlich verteilt waren? Der 17. Juni. Das Ende von etwas. Der letzte Tag vor dem Aufbruch ins Leben. Ein letztes Mal hat jemand eine Ansprache gehalten, die keinen interessierte, und danach haben sich alle noch gegenseitig etwas in die Jahrbücher geschrieben, das netter war als die gemeinsame Zeit, denn man hatte schon damals ein Gefühl dafür, dass etwas zu Ende ging, obwohl man noch kein Gefühl für die Zeit hatte.
Das Junilicht (4).

Du hattest auch kein Gefühl für den Augenblick, denn dann bist du, wie die Hälfte der Klasse, um 22 Uhr abgehauen, weil Deutschland gegen Bolivien spielte, die WM hatte begonnen an diesem Juniabend, als die Schule zu Ende war. Aber das war dir egal, weil du es nicht erwarten konntest, mit diesem Kapitel deines Lebens abzuschließen, weil du bereits ein Neues aufgeschlagen hattest. Einen Sommer lang warst du im Tunneltal, hast gelesen und geschrieben, hast Hemingway und Fitzgerald entdeckt, das war dir wichtiger als andere Entdeckungen damals, der Traum war so groß. Es war ein langer, warmer Sommer, einer der zwei, drei wärmsten, die du erlebt hast, 25 Grad jeden Tag von Juli bis September, was für eine Zeit.

Das Junilicht (2).

Ein Kollege hat später, viel später, mal gesagt, dass die Magie der Schulferien darin liegt, dass man danach ein Jahr älter wurde, weil man diese sechs Wochen Zeit hatte, über das Leben nachzudenken und Dinge zu tun, die man danach ein Jahr nicht tun konnte, und ein Jahr später tat man sie auch nicht mehr, weil man ganz andere Dinge tun wollte, die einen wieder ein Jahr älter werden ließen. Die Vorfreude kündigte sich bereits im Mai an, wenn die letzten Klausuren geschrieben waren und man wusste, dass die beste Zeit des Jahres bald vor einem liegen würde.

Das Junilicht (3).

Man würde mit den Eltern zwei Wochen nach Italien fahren, aber die restlichen vier Wochen hatte man für sich. Man würde mit dem Rad fahren, jeden Tag ein bisschen weiter und wieder etwas Neues entdecken, neue Pfade, neue Orte, neue Seen, die man dann seinen Freunden zeigte und irgendwann auch den Mädchen. All das lag vor einem im Juni. Der ganze Sommer, der ganze endlose Sommer mit seinen weißen Nächten, das ganze Leben.

Das Junilicht (5.)

Du glaubtest an das blaue Licht dieser Juninächte, das noch um 23 Uhr leuchtete und um drei Uhr schon wieder, das blaue Hamburger Junilicht, das nie erlosch. Du glaubtest an die strahlende Zukunft, die vor dir liegt, aber doch Jahr für Jahr vor dir zurückweicht, du glaubst noch heute daran, 20 Jahre später.

Und so blicken wir in den Rückspiegel, lassen uns den Fahrtwind durch die Haare wehen und navigieren doch stetig zurück – dem Vergangenen zu.

Die Schmerzensmänner von St. Pauli.

30 Nov

Das ging daneben. Bianka Echtermeyer wollte eine lustig-bissige Kolumne über die Schmerzensmänner von St. Pauli schreiben, die statt Mix-Tapes aufzunehmen, Skateboard fahren. Doch statt der alternden Jungs mit dem ergrauten Haar ist sie kräftig auf die Nase gefallen. Der Shitstorm sucht seines gleichen.

Wie konnte das passieren? Die Antwort auf die Frage  – nennen wir sie trotzdem fiktiv – ist schnell rekonstruiert. Bianka Echtermeyer schreibt bei Brigitte.de eine Kolumne zum Thema Männer. Allerspätestens seit Sex and and the City ist das der Traum jeder Kulturredakteurin. Männer gehen immer. Männer, dieses Mysterium, erklärbar machen sowieso.

Problem Nummer eins dabei: Nicht jede Kolumnistin ist Carrie Bradshaw. Problem Nummer zwei: Nicht jeder Mann Mr. Big. Problem Nummer drei: Hamburg ist nicht New York. Also werden aus wild durch die Gegend vögelnden Wall Streetern wild durch die Gegend skatende Schmerzensmänner jenseits der 25. In einem Wort: Ein Nonevent.

Skater's Paradise

Es mag nun tatsächlich ein paar dieser Exemplare geben, genauso wie es die ewigen Schanzenjungen gibt, wie den Pöseldorfer Schnösel und den Blankeneser Edel-Proll. Alles gesehen, alles bekannt. Und auch Rants mit Schleifchen, wie diese am Ende auch nicht wirklich böse Abrechnung, gibt es jede Woche von Glamour bis Für Sie zu lesen. Männerzeugs für große Mädchen und solche, die sich insgeheim gerne für etwas Besseres halten, eben. Was man so bei Balzac am Nachbartisch bei Latte Macchiato hört.

Ergo: Es geht gar also nicht um den Skater. So viel beinharte Skaterfans, wie sie sich im Brigitte.de-Forum tummeln, hat St. Pauli noch nie gesehen. Es geht auch eher nicht um Bianka Echtermeyer, die bis gestern wohl nur Brigitte.de-Leserinnen bekannt war. Sie ist 37 Jahre alt und arbeitet schon länger für Brigitte.de – als Redakteurin im Ressort „Zeitgeschehen“. Dort schreibt sie über Männer, die mehr Sex wollen als ihre Partnerin, schreibt ein paar Stichworte zur Petraeus-Affäre auf und erklärt, warum Bergwandern nun auch „bei jüngeren Leuten angesagt ist“.

Kommentare dazu: 0. Kommentare zu den skateboardenden Schmerzensmännern von St. Pauli: Binnen 24 Stunden 1700 – die gefilterten nicht mitgezählt. Es geht also offenbar um etwas anders. Um was? Lesen wir bei Bianka Echtermeyer noch mal nach:

Skateboards gehören zu kleinen Jungs. Basta. Nicht zu Menschen, die selbst Steuern zahlen und beim Orthopäden in Behandlung sind. Falls sich Männer über 30 austoben wollen, können sie gern schnelle Autos fahren, Fußball spielen oder auf Bäume klettern. Das stört mich nicht. Aber lasst bitte die Skateboards in Ruhe. Ich laufe ja auch nicht im rosa Tutu über die Straße. Aus manchen Dingen wächst man einfach raus: Das ist nicht spießig, das ist so. Und ehrlich: Erwachsen sein ist gar nicht schlimm. Versprochen.

Was man halt so schreibt, wenn 25 Zeilen zu füllen, der Tag schon wieder halb herum und das eigene Leben – vielleicht – ein bisschen langweilig ist. Wie gesagt: Nennen wir es Spekulation. Social Fiction.

Natürlich sind die Männer-Klischees nicht die allerschönsten: Schnelle Autos, Fußball spielen und Honk – nicht Hank – sein. Und: Frauen, die sich selbst mit „ist so“ bestätigen, vom Erwachsensein erzählen und phrasenhafte Versprechen abgeben, sind immer suspekt. Wahrscheinlich wünschte Bianka Echtermeyer am meisten, sie hätte diese beliebigen Klischees nie so heruntergerotzt.

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Warum aber nun dieser epische Shitstorm? Warum diese Wut? Warum diese Häme? Woher die Häme? Es sieht ganz so aus, als würde sich an diesen gerade mal 200 Wörtern etwas Tieferliegendes entladen: die Ablehung eines Weltbilds, das unausgesprochen als Subtext mitschwingt. Der Mann als Ernährer, der Kohle ranzuschaffen, aber sonst die Klappe zu halten und schon gar nicht vermeintlich peinlichen Hobbies nachzugehen hat. Am Schlimmsten aber: Die So-hat-der-Mann-zu-sein-Denke.

Dass sich Brigitte.de mit so einer Haltung wenig Freunde und Freundinnen machen würde, war absehbar. Dass die Redaktion die Glosse indes bis weit über die Haltbarkeit verteidigt, Zickzack fährt und mitunter sogar zurückkartet, ist der eigentliche Grund für den Shitstorm epochalen Ausmaßes.

Ironie der Geschichte:  Bisher war der Fall „Brigitte“ ein Musterbeispiel dafür, wie Social Media funktioniert. Man erinnert sich: Da war doch was, die Model-Abstimmung des Versandhändlers Otto, bei dem ein 22-jähriger Student in Frauenkleidung als „Brigitte“ gewann. Otto spielte das Spiel mit, die Community jubelte. Nun gibt es den zweiten Fall Brigitte: Der Gegenentwurf, der Epic Fail, wie Social Media eben nicht funktioniert. In seinen Dimensionen ist er noch mal bei MEEDIA nachzulesen.

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